Pinealon ist eine im Labor hergestellte Kette aus nur drei Aminosäuren. Forschende in Sankt Petersburg haben es an Nervenzellen in der Kulturschale sowie an Ratten und Mäusen getestet und gefragt, ob es diesen Zellen hilft, mit Stress umzugehen. Diese Seite erklärt ohne Fachjargon, was das Molekül ist, wer es untersucht hat und warum die Ergebnisse noch ganz am Anfang stehen.
Pinealon heißt ein synthetisches Tripeptid aus Glutaminsäure, Asparaginsäure und Arginin, verknüpft in genau dieser Reihenfolge. In Fachtexten steht dafür oft der Einbuchstabencode EDR. Es gehört zu einer Familie sehr kurzer Peptide, mit denen sich ein russisches Forschungsnetzwerk seit Jahrzehnten befasst, mit besonderem Blick auf Gehirn und Nervensystem.
Der Grundgedanke ist ungewöhnlich. Statt wie viele Medikamente an einem Rezeptor auf der Zelloberfläche anzusetzen, sollen diese Minipeptide ins Zellinnere gelangen und beeinflussen, welche Gene aktiv sind. Laborberichte beschreiben Nervenzellen, die mit oxidativem Stress besser zurechtkamen oder mehr ihrer feinen Verästelungen behielten, wenn Pinealon zugegeben wurde. Das sind spannende Hinweise, doch sie stammen aus Kulturschalen, Nagetieren und Computermodellen.
Dieses ehrliche Bild versucht der Leitfaden im Blick zu behalten. Fast jede Studie kommt aus demselben Kreis Petersburger Labore, unabhängige Gruppen haben die Arbeiten kaum wiederholt, und richtige klinische Studien fehlen. Wir schildern, was berichtet wurde, benennen die Lücken und lassen den Rummel beiseite.
| Was es ist | Ein synthetisches Peptid aus drei Aminosäuren |
| Sequenz | Glu-Asp-Arg, oft kurz EDR |
| Herkunft | Forschung zu Kurzpeptiden in Sankt Petersburg, Russland |
| Forschungsschwerpunkt | Nervenzellen unter Stress, in der Schale und bei Nagetieren |
| Studien am Menschen | Keine registrierten klinischen Studien gefunden |
| Forschungsqualität | Weißes gefriergetrocknetes Pulver für den Laborgebrauch |
| Arzneimittelstatus | In EU, Vereinigtem Königreich und USA nicht zugelassen |
Pinealon.info erklärt Forschung und empfiehlt nichts. Pinealon in Forschungsqualität ist für Labore gedacht, nicht zur Einnahme durch Menschen. Bei Fragen zu Gedächtnis, Stimmung oder Gehirngesundheit ist eine Ärztin oder ein Arzt die richtige Adresse.